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Zusammenfassung: vom Ende des
Zweiten Weltkrieges zur Gegenwart
Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) lag das ausgebombte
Berlin wie eine Insel in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Die
Stadt selbst wurde in Ost- und Westberlin unterteilt und symbolisierte den
Fall des Deutschen Reiches, dessen Hauptstadt sie war. Berlin wurde auch
zum Brennpunkt der Spannungen des Kalten Krieges zwischen der Sowjetunion
und den kommunistischen Ostblockländern auf der einen Seite und den
Vereinigten Staaten und einer Gruppe westlicher Nationen auf der anderen.
Die Berliner Mauer, eine 1961 vom ostdeutschen Regime errichtete
Betonbarriere, blockierte bis November 1989 den freien Übergang in beide
Richtungen. In den 28 Jahren ihrer Existenz verloren über 100 Menschen bei
Fluchtversuchen über die Mauer ihr Leben. Zur Zeit der Wiedervereinigung
Deutschlands, im Oktober 1990, war die Mauer größtenteils niedergerissen.
Einige wenige Mauerstücke blieben als Denkmäler erhalten.
Politische Spannungen führen
zum Bau der Berliner Mauer
In den 50er Jahren wuchsen die Spannungen zwischen Ost- und
Westdeutschland, besonders nachdem Westdeutschlands Kanzler Konrad
Adenauer proklamierte, daß alle Deutschen eine Nation seien, und er darauf
bestand, mit der Sozialistischen Einheitspartei statt mit der ostdeutschen
Regierung zu verhandeln. Die Teilung Berlins strapazierte das Verhältnis
weiterhin. Die Stadt lag tief in ostdeutschem Hoheitsgebiet und war in
zwei Sektoren unterteilt, den östlichen (kommunistischen) und den
westlichen (nicht kommunistischen). Ein Strom von entmutigten Ostdeutschen
floh in den Westen, bis der ostdeutsche Regierungschef Walter Ulbricht an
der westlichen Grenze Ostdeutschlands einen undurchdringlichen, bewachten
Korridor einrichten ließ. Somit bot Berlin den letzten Fluchtweg, bis auch
dieser 1961 von Ulbricht blockiert wurde. Er ordnete den Bau der Beliner
Mauer an, einer schwer befestigten Betonbarriere, die Ostberlin von
Westberlin trennte. Der ohnehin schwer eingeschränkte Reiseverkehr
zwischen den beiden Stadtteilen wurde 1968 durch neue, von Ulbricht
auferlegte Restriktionen weiter erschwert.
Neue politische Führung bewirkt
Nachlassen der Spannungen
Nach 1971,
als Erich Honecker Ulbricht als Parteichef ablöste (Honecker war von 1976
bis 1989 ostdeutscher Ministerpräsident), war die Macht auf mehrere
Figuren in der DDR-Regierung verteilt. Spannungen zwischen Ost- und
Westdeutschland ließen nach, als 1972 der westdeutsche Kanzler Willi
Brandt und der ostdeutsche Premier Willi Stoph eine Lockerung der
Reisebeschränkungen von Westdeutschland nach Westberlin und dann 1973
gegenseitige Anerkennung und diplomatische Beziehungen erwirkten. Neue
Abkommen für Handel, Reise und Entwicklungshilfe wurden 1984
unterschrieben, und drei Jahre darauf stattete Erich Honecker als erster
ostdeutscher Regierungschef Westdeutschland einen offiziellen Besuch ab.
Fall der Berliner Mauer und
Wiedervereinigung
Mit Michail Gorbatschows Aufstieg in der UdSSR verloren in
den späten 80er Jahren die von der Sowjetunion gesteuerten Regime
Osteuropas mehr und mehr die Kontrolle über ihre "Untertanen". Die
kommunistische DDR-Regierung kam 1989 zu Fall - ein Ereignis, das für das
geteilte Deutschland tiefgreifende Folgen hatte. Die Mauer und der Eiserne
Vorhang wurden niedergerissen, und 200.000 Ostdeutsche strömten in den
Westen. Die Regierung half nicht nur den neu Zugewanderten, sondern
stellte auch massive Kapitalzuschüsse bereit, um der schwachen Wirtschaft
im Osten Deutschlands unter die Arme zu greifen. Die Finanzsysteme West-
und Ostdeutschlands wurden im Juli 1990 zusammengelegt. Im darauffolgenden
Oktober wurde die Deutsche Demokratische Republik aufgehoben, und alle
Einwohner wurden Staatsbürger der Bundesrepublik. Im Dezember 1990 gewann
Kanzler Helmut Kohl mit seinen Koalitionspartnern einen entscheidenden
Sieg in den ersten ganz-deutschen Wahlen . Der neu gewählte Bundestag, der
nun aus Repräsentanten aus Ost und West bestand, ernannte am 20 Juni 1991
Berlin als Hauptstadt des neuen Deutschlands. Die Umlegung des
Verwaltungsapparats von Bonn nach Berlin soll im Jahre 2000 abgeschlossen
sein, doch sollen einige Bundesämter sowie der Bundesrat in Bonn
bleiben.
Die Wiedervereinigung (die
"Wende") brachte seit langer Zeit getrennte Familien und Freunde zusammen,
sie brachte aber auch zahllose wirtschaftliche und soziale Probleme mit
sich: Wohnungsmangel, Streiks und Demonstrationen, Arbeitslosigkeit,
Anstieg der Kriminalitätsrate und rechtsradikale Gewaltakte gegen
Ausländer. Durch die Wiedervereinigung verursachte Haushaltsdefizite
wurden durch eine Rezession noch weiter in die Höhe getrieben und führten
zu Steuererhöhungen, einer Reduzierung staatlicher Subventionen und
verstärkter Privatisierung sowie einer Kürzung der Sozialleistungen.
Obwohl die Nachfrage nach Verbraucherprodukten gestiegen ist, hat die
Wiedervereinigung die Stärke und Konkurrenzfähigkeit der deutschen
Wirtschaft beeinträchtigt. Die größte Herausforderung besteht darin, die
Kluft zu schließen, die durch die Unterschiede im Lebensstandard, in der
industriellen Leistung und in der Infrastruktur in den beiden Teilen
Deutschlands entstand.
Berlin erlebte einen
historischen Moment, als im August 1994 die letzten russischen Truppen von
dort abzogen, womit der sowjetische Truppenabzug aus Osteuropa
abgeschlossen war. Acht Tage später verließen auch die letzten 200
Alliierten Truppen Berlin. Zum ersten Mal seit der Besatzung am Ende des
Zweiten Weltkrieges war Berlin frei von fremden Soldaten.