Waser: Fairerweise muss auch festgehalten werden, dass es nicht einfach ist, die Produktivität von Wissensarbeitsplätzen zu messen. Doch das Problem liegt, wie eingangs schon erwähnt, andernorts. Wie Avenir Suisse gezeigt hat, ist die Schweiz bei den IT-Investitionen weltweit an der Spitze. Bei der Nutzung sind wir jedoch nicht besonders gut. Wir brauchen ein Umdenken sowohl in der Wirtschaft wie auch beim Staat. IT wird oft noch sozusagen als Schreibmaschine eingesetzt. IT muss jedoch integral genutzt werden – «collaborative», wie wir sagen. Dazu gehört, dass Dokumente zentral abgelegt werden und dass alle Zugriff haben und daran arbeiten können. Dazu gehört weiter «unified communication» – also die Verschmelzung von IT mit der Kommunikation. All das verlangt letztlich nach Veränderungen im Verhalten des Einzelnen und in der Organisation. Erst dann können wir aus den IT-Investitionen den vollen Nutzen ziehen.
Ledergerber: Das glaube ich auch. In welchem Dilemma wir stecken, zeigt das kleine Beispiel. Einst träumten wir vom papierlosen Büro, das dank IT möglich sein sollte. Tatsache ist, dass wir heute viel mehr Papier als früher brauchen, teils aus Bequemlichkeit, teils wegen der gestiegenen Ansprüche, unter anderem, alles gleich mehrfach ablegen zu müssen.
Vielleicht liegt der Missstand in der Schulung. Wer weiss schon, mit IT richtig umzugehen?