Mit dem Unternehmer-Cockpit im Steigflug

Text: Claus Niedermann | Foto: ScanderbegSauer | Microsoft Envision Ausgabe 2

«If you can’t measure it, you can’t manage it»: Diese alte Manager-Weisheit erhält mit Executive Dashboards eine neue Dimension. Massgeschneiderte Werkzeuge für die Aufbereitung von Unternehmensdaten beschleunigen die interne Kommunikation und dienen als Cockpit für Top-Management und Mitarbeitende.

Um ein Unternehmen auf Kurs zu halten und zu immer neuen Erfolgen zu führen, muss die Firmenleitung jederzeit über die richtigen Informationen verfügen. Die Auswertung und Visualisierung von aktuellen und aussagekräftigen Daten erfolgt über sogenannte Managementinformationssysteme. Diese sind vergleichbar mit dem Cockpit eines Piloten. Sie versorgen die Manager mit den nötigen Informationen, damit sie die korrekte Flughöhe und Flugrichtung für die Firma festlegen können.






Daten sind genügend vorhanden

Früher standen für die Entscheidungen praktisch ausschliesslich die Finanzkennzahlen eines Unternehmens zur Verfügung. Doch die Finanzkrise hat deutlich gezeigt: Der unternehmerische Erfolg lässt sich nicht allein aus kurzfristigen Umsatz- oder Gewinnzahlen ableiten. Seit praktisch jedes grössere Unternehmen dank der Softwareinstrumente für die Enterprise Resource Planning (ERP) über Daten betreffend Kapital, Betriebsmittel und Personal in digitaler Form verfügt, werden auch diese Informationen für Analysen und Prognosen

zuhanden der Unternehmensleitung ausgewertet. Es gilt aber nicht nur, die finanziellen, personellen und materiellen Ressourcen effizient zu nutzen. Auch Werte betreffend Qualität, Mitarbeitermotivation und Kundenzufriedenheit wie auch Einflussfaktoren des Marktumfeldes und der eigenen Firmenkultur sind in einem solchen Navigationsinstrument abzubilden.
Entsprechende Daten sind in jedem Unternehmen genügend vorhanden. Per Knopfdruck kann die Unternehmensleitung die aktuellen Produktionsdaten abfragen, einen Abverkauf in einer Filiale praktisch in Echtzeit verfolgen oder die Fluktuationen bei den Mitarbeitenden eruieren. Wenn beispielsweise die Fluktuationsrate steigt, kann dies nicht nur ein Indikator für die schlechte Stimmung unter dem Personal sein, sondern auch ein Hinweis auf künftige Absatzprobleme. Die Kundinnen und Kunden hinterlassen immer mehr Datenspuren. Sie zahlen mit der Kunden- oder Kreditkarte, telefonieren übers Handy und kaufen im Internet ein. Gerade wenn es ums Web geht, sprechen Marktforscher von einem «digitalen Schatten», den jeder Internetnutzer generiert.
Die Flut an digitalen Informationen nimmt laufend zu. Gemäss dem Marktforschungsunternehmen IDC wird das «digitale Universum» bis 2011 jährlich um 60 Prozent auf 1800 Exabyte (1,8 Billionen Gigabyte) anwachsen, was eine Verzehnfachung gegenüber 2006 bedeutet.

Dafür sorgt nicht zuletzt die Technologie der Radio Frequency Identification (RFID). Die kleinen, kostengünstigen Chips können an alle möglichen Gegenstände geheftet werden und die Daten an einen Empfänger funken. So ist es theoretisch möglich festzustellen, wo sich zum Beispiel ein in China produzierter MP3- Player, den jemand in zwei Wochen in einem bestimmten Geschäft kaufen wird, im Moment befindet – und ob das Gerät

derzeit per Schiff in einem Container nach Hamburg transportiert wird oder ob es sich bereits im Zentrallager befindet. All diese riesigen Datenmengen bringen einem Unternehmen nichts, wenn sie nicht gezielt ausgewertet und wenn die entscheidungsrelevanten Informationen dem Management nicht einfach und übersichtlich zur Verfügung gestellt werden. «Letztlich müssen dann die operativen und strategischen Informationen miteinander verknüpft werden», betont Mit dem Unternehmer-Cockpit im Steigflug Die riesigen Datenmengen müssen gezielt ausgewertet und dem Management übersichtlich zur Verfügung gestellt werden. Managementinformationssysteme versorgen Manager mit wichtigen Informationen, um die Flughöhe und Flugrichtung der Firma festzulegen. 24 «Insights for Business Decision Makers» Martin Bachmann, Partner bei Business Consulting Partner in Basel. Bachmann hilft Unternehmen, das operative und strategische Reporting nahtlos zu integrieren, und setzt dazu auf das System der Balanced Scorecard des Management- Gurus Robert S. Kaplan. Dieses Managementinstrument ermöglicht die zielorientierte Strategieumsetzung, welche den Einbezug aller Mitarbeitenden bedingt. Dazu Kaplan: «Eine Firmenstrategie muss nicht nur vom Chef gelebt, sondern von allen Mitarbeitenden umgesetzt werden. In einer Hotelkette beispielsweise gilt das bis zum Zimmermädchen, beim Bankkonzern bis zum Schalterbeamten.»
Meist wird heute vom Corporate Performance Management (CPM) gesprochen. CPM ist ein Rahmenwerk und verbindet alle Prozesse, Methoden, Kennzahlen und Systeme, die benötigt werden, um die Leistung eines Unternehmens zu messen und zu verbessern. «Bei CPM», erklärt Tony Behnam, Product Solution Marketing Manager von Microsoft Schweiz, «werden unter anderem die Daten aus verschiedenen Quellen, Abfragen und Analysen zusammengeführt und die Ergebnisse in der Praxis umgesetzt. Die Prognosefähigkeit von CPM hilft

Unternehmen, rechtzeitig Korrekturmassnahmen zu ergreifen, damit beispielsweise die Hochrechnungen für den Umsatz auch realistisch sind.»

Zeitnah verfolgen, steuernd eingreifen

Exakt dafür brachte Microsoft im Oktober 2007 den Microsoft® Office PerformancePoint Server auf den Markt. Dieses System setzt die Bayer Consumer Care (BCC AG) bereits seit Juni 2008 ein und ist begeistert. «Wir verfügen jetzt über einen optimierten Unternehmensplanungsprozess », heisst es bei der BCC AG wörtlich. Besonders gelobt wird die einfache und intuitive Handhabung sowie die Tatsache, dass Prognosen und Analysen jetzt innert kürzerer Zeit als bisher erstellt und visualisiert werden können. Die BCC AG ist ein Unternehmen des Bayer Konzerns und europaweit verantwortlich für das Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln, Vitaminpräparaten und Blutzuckermessgeräten.

Bekannte Produkte sind beispielsweise Aspirin®, Alka- Seltzer® oder Supradyn®. Der Bereich Consumer Care ist weltweit in etwa 150 Ländern aktiv und beschäftigt mehr als 7800 Mitarbeitende.
«Moderne Softwaretools ermöglichen effiziente Kommunikations- und Reportingprozesse », kommentiert Martin Bachmann von Business Consulting Partner. Damit werde die Geschäftsleitung in die Lage versetzt, die Entwicklungen zeitnah zu verfolgen und steuernd einzugreifen. «Die offene Kommunikation und die Diskussion von Erfolgen und Problemen in der Strategieumsetzung wie beispielsweise über das Intranet ist eine weitere Chance, das Wissen der Mitarbeitenden für einen unternehmensweiten gemeinsamen Lernprozess zu nutzen.»
Ziel ist also die Demokratisierung des Perfomance Managements, in dem praktisch jeder einzelne Mitarbeiter einbezogen wird. Und exakt dies bietet Microsoft mit dem Office PerformancePoint Server. Dazu Tony Behnam: «Dank unserer Lösung können sich die Mitarbeitenden auf allen Ebenen – unabhängig davon, ob sie Führungskräfte, Abteilungsleiter oder andere Mitarbeiter sind – miteinander verknüpfen. Sie gestalten Lösungen, entwerfen gemeinsam Pläne und setzen sie um. Und weil die Informationen in der vertrauten Umgebung von Microsoft Office präsentiert werden, sind Planung, Analyse und Überwachung einfacher als je zuvor.»


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