ICT-Investitionen jetzt? Wann sonst!

Moderation: Dirk Rheker | Fotos: ScanderbegSauer | Microsoft Envision Ausgabe 2

«In Krisenzeiten geht es darum, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und auszubauen»

Eine schwierige globale Wirtschaftslage verlangt von Unternehmen die ständige Optimierung ihrer Information and Communication Technology (ICT). Deren intelligenter Einsatz kann wesentlich dazu beitragen, auch während der Krise zu bestehen und sich für die nächste Aufschwungphase zu positionieren. Virtualisierung und eine umfassende Unified Communication- Strategie sind dabei wichtige Erfolgsfaktoren: Sie senken die Kosten, beschleunigen die Prozesse und schonen darüber hinaus die Umwelt.





Nach Jahrzehnten mit regelmässigen Produktivitätssteigerungen und weltweiter Expansion im Rahmen der Globalisierung hat sich das Wirtschaftswachstum deutlich abgekühlt oder ist zum Erliegen gekommen. Gleichzeitig werden die Innovationszyklen immer kürzer, und die Internationalisierung schreitet weiter voran. Unternehmen sind in diesem Umfeld gefordert, flexibler im Wettbewerb zu agieren und Trends schneller aufzugreifen. «In wirtschaftlich angespannten Situationen steigt der Kostendruck im gleichen Tempo, wie die Kurse fallen», beschreibt Peter Waser, General Manager Microsoft Schweiz, die schwierige Ausgangslage. Der alleinige Fokus auf die Ausgaben sei jedoch kurzsichtig: «Gerade in Krisenzeiten muss es für Unternehmen darum gehen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und auszubauen.»

Wesentlicher Beitrag zur Produktivitätssteigerung

Auch die Information and Communication Technology (ICT) bleibt nicht von den wirtschaftlichen Turbulenzen verschont. Laut einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsinstituts Forrester Research haben 43 Prozent von 950 befragten Unternehmen in Nordamerika und Europa ihre ICT-Budgets für 2008 gekürzt. 24 Prozent haben die verfügbaren Gelder gar eingefroren. Trotz Negativstimmung gilt: Auf Dauer kann sich kein Unternehmen erlauben, Investitionen in innovative ICT-Lösungen zurückzuschrauben. Eine Studie der «Economist Intelligence Unit» belegt, dass der gezielte Einsatz von ICT einen entscheidenden Beitrag zum Wirtschaftswachstum und zur Produktivitätssteigerung leistet. Dieser ist freilich nicht allein von der Höhe der ICT-Investitionen abhängig, sondern auch von Faktoren wie der Aus- und Weiterbildung, der Forschung, einem guten Umfeld für Innovation, Wettbewerb sowie unternehmerischem Risiko.

Gestalterische Freiräume bewahren

Die Herausforderung ist klar definiert: Die ICT-Verantwortlichen müssen sich trotz oder wegen der aktuellen Probleme und schrumpfender Budgets in ihrem Bereich gestalterische Freiräume bewahren und ihre Investitionen auf wertsteigernde Technologien fokussieren. Dabei stehen die Themen «Unified Communication» – hier insbesondere auch «Video-Conferencing» – sowie «Virtualisierung» im Blickfeld.

Unified Communication: Die Idee, verschiedene Kommunikationskanäle unter einer Benutzeroberfläche zu bündeln, ist nicht neu. Unified Communication geht heute einen Schritt weiter und bindet Kommunikationsfunktionalitäten direkt in Workflow-Anwendungen ein. «Unified- Communication-Lösungen gehören zu den Glücksfällen, bei denen sich mit einer einzigen Technologie gleichzeitig mehrere – und oft gegensätzliche – Ansprüche erfüllen lassen», ist Joanna Hafenmayer, Sustainability & Organizational Innovation Officer bei Microsoft Schweiz, überzeugt. «Bei richtigem Einsatz profitieren Unternehmen von Produktivitätssteigerungen und senken ihre Kosten.» Denn durch diese Lösungen, führt René Villinger, Personalleiter von Microsoft Schweiz, weiter aus, erhielten Mitarbeitende bessere Unterstützung für mobiles Arbeiten sowie flexible Arbeitszeitmodelle und könnten ihre Geschäftsreisen einschränken.

Video Conferencing: Der Einsatz von Videokonferenzsystemen liefert eine bezifferbare Reduzierung der Kosten. Solassen sich – laut einer Studie des World Wide Fund For Nature (WWF) – in Unternehmen heute schon durchschnittlich 20 bis 50 Prozent aller Geschäftsreisen einsparen. «Durch Videokonferenzen finden Meetings statt, indem der Laptop zum Video-Conferencing-Raum avanciert», sagt Personalleiter René Villiger. «Das Ganze bringt Geschwindigkeit, Flexibilität und Effizienz.» Ein wichtiger Aspekt sei auch das Thema Gesundheit. «Die Belastungen durch das ständige Fliegen – Jetlag, Übermüdung, Bewegungsmangel – kennt jeder Manager. Durch virtuelle Meetings lässt sich dieser körperliche Stress vermeiden – und am Schluss bleibt mehr Zeit übrig für andere Projekte, aber auch für den persönlichen Ausgleich.» Nicht zu vergessen: Durch

weniger Geschäftsreisen liesse sich die CO2-Emission um Millionen von Tonnen pro Jahr reduzieren. Wenn weltweit 30 Prozent aller Business-Trips durch Videokonferenzen ersetzt würden, brächte dies laut der Studie «Smart 2020» der Global E-Sustainability Initiative (GeSi) pro Jahr Einsparungen von 80 Millionen Tonnen CO2. Auch der WWF und die Vereinigung Europäischer Telekommunikationsanbieter (ETNO) sehen das Potenzial: Ihrer Einschätzung nach liessen sich 22,4 Millionen Tonnen CO2 einsparen, würden 20 Prozent aller Geschäftsreisen innerhalb der EU durch Videokonferenzen ersetzt. Willkommener Nebeneffekt: Firmen dokumentieren durch Videokonferenznutzung, dass sie sich ihrer sozialen Verantwortung stellen. Das ist gut für die Reputation.

Virtualisierung: Die Virtualisierung ermöglicht, wenig genutzte Systeme anderen leistungshungrigen Anwendungen zur Verfügung zu stellen, wodurch deutlich mehr Flexibilität erreicht wird und Kosten eingespart werden. Neben einer verbesserten Lastverteilung und einem Performance-Gewinn in den Bereichen Storage und Servervirtualisierung gibt es auch die Möglichkeit, Software, Netzwerke und Clients zu virtualisieren. Die Verwaltungsaufgaben werden vereinfacht, die Produktivität steigt – und durch intelligenten Einsatz kann der Stromverbrauch markant reduziert werden.

Mitarbeitende aktiver am Wertschöpfungsprozess beteiligen

Die drei Bereiche zeigen, dass multinationale Firmen wie auch KMUs mit neuen ICT-Lösungen in schwierigen Zeiten nicht nur profitabel und erfolgreich bestehen, sondern sich auch fit für die Zukunft machen. Peter Waser, General Manager von Microsoft Schweiz, mahnt in diesem Zusammenhang zur Weitsicht: Kein Unternehmen halte auf Dauer seine Wettbewerbsposition, wenn es nicht in Produktivität und in den Ausbau der eigenen Innovationsfähigkeiten investiere. Waser selbst greift bei seiner Kommunikation mit den Mitarbeitenden auch auf ein einfaches und äusserst kostengünstiges Mittel zurück: einen Mitarbeiter-Blog. Damit stösst er Debatten mit Menschen an, die sonst vielleicht nicht erreichbar wären. Internet- Newsletter, Townhall-Meetings, E-Mails, Blogs und Webcasts bestimmen vielerorts längst den persönlichen Austausch. Partizipation – einst ein Traum vieler Führungstheoretiker – wird zu einer ganz neuen Tatsache. Der Informationsgrad und das Wissen der Mitarbeitenden wächst dabei exponentiell. Dies vergrössert ihr Feedback- Potenzial und die Möglichkeit, sich noch aktiver als bisher am Wertschöpfungsprozess zu beteiligen.

Neue Kapazitäten aufbauen

Alles in allem spielt in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld der effiziente Einsatz von ICT eine entscheidende Rolle; er wird zum strategischen Wettbewerbsfaktor. Gezielte Investitionen in innovative Technologien können neue Effizienz- und Produktivitätsgewinne freisetzen und die Effekte von Kostenreduktionen in anderen Bereichen mehr als auffangen. «In dieser heiklen Situation auf ‹good enough›-Lösungen zu setzen und damit vordergründige Sparpotenziale anzustreben, ist der falsche Ansatz», glaubt Peter Waser. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass gerade Krisenzeiten extrem dynamisch sind und durchaus grosse Chancen beinhalten.


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