E-Government

Ein verlässlicher Partner für Unternehmen und Bürger

In der Schweiz investieren Bevölkerung und Unternehmen viel in Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Regelmässig belegt die Schweiz Spitzenplätze in internationalen Rankings, welche die Verbreitung von IKT in unserer Lebens und Arbeitswelt messen. In den weltweiten Ranglisten für das E-Government schneidet die Schweiz weniger gut ab. Das letzte E-Government-Barometer der Universität St. Gallen stellte im Frühling 2007 fest, dass nur ein kleiner Teil der Schweizer Bevölkerung den Ausbau der elektronischen Dienstleistungen im Sinne eines «guichet virtuel» für dringlich hält. Diese Feststellung erstaunt nicht. Internationale Erfahrungen – etwa in unserem Nachbarland Österreich, das in Sachen E-Government in Europa eine führende Rolle einnimmt – zeigen: Der grösste wirtschaftliche Effekt von E-Government liegt nicht auf der Kontaktachse Staat–Bürger, sondern auf den Achsen Government-to-Business und Government-to-Government.

Government-to-Business hat Priorität

Die Anfang 2007 verabschiedete E-Government-Strategie des Bundes legt den Fokus auf Projekte, die den Kontakt zwischen Behörden und Unternehmen unterstützen. In diesem Bereich schlummert ein bedeutendes volkswirtschaftliches Potenzial, wie das Schweizerische Produktivitätsinstitut in einer im Auftrag von Microsoft durchgeführten Studie belegt. Allein für die zehn prioritären Projekte der nationalen E-Government-Strategie ermittelte sie ein jährlich wiederkehrendes Einsparungspotenzial von fast 1,3 Milliarden Franken. Hochgerechnet auf die total 150 geplanten Projekte des Bundes ergibt sich ein jährliche Einsparpotential von gegen 19 Milliarden Franken jährlich, davon allein 5 Milliarden Franken verwaltungsintern.

Lohnausweis, Mehrwertsteuerabrechnung und Steuern online

Die Vorteile, die sich Unternehmen vom E-Government erhoffen, hat das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco im April 2007 mit einer gfs-Studie ermitteln lassen. Insbesondere KMU wünschen sich nicht nur Informationsangebote, sondern transaktionsfähige Online-Lösungen für Lohnausweis, Mehrwertsteuerabrechnung und Steuern. Die Studie hält auch fest, dass die Nachfrage nach E-Government von dieser Seite ungebrochen ist. Um kundenfreundliche und effiziente Dienstleistungsplattformen der öffentlichen Hand aufbauen zu können, braucht es vor allem durchgängige E-Government-Angebote. Dies bringt nicht nur technische Aufgabenstellungen, sondern erfordert auch Veränderungen in der Organisation. Die grosse Herausforderung bei der erfolgreichen Realisierung von E-Government liegt somit nicht beim E, sondern beim Government – insbesondere in der Schweiz mit ihren föderalen Strukturen.

Roadmap für höhere Durchgängigkeit

Microsoft hat auf der Basis seiner internationalen Erfahrung eine Roadmap für die Realisierung technischer E-Government-Grundlageninfrastrukturen entwickelt, das so genannte Connected Government Framework (CGF). Sie gliedert sich in sechs Ebenen: Infrastruktur und Netzwerk, Datenzugriff, Dienstleistungen, Integration von Services und Prozessen, Sicherheit und Identitätsmanagement sowie allgemeines Lösungsmanagement. Die Vorteile einer auf der Basis dieser Roadmap gebildeten Infrastruktur liegen auf der Hand: Neue Dienste können schneller entwickelt und implementiert werden, standardisierte und replizierbare Applikationen laufen auf beliebigen Plattformen, zum Beispiel Building-Block Applikationen für das Identitätsmanagement oder die Authentifizierung.

«Office Extensions for Business Administration» – Standardisierung vom Anwender her denken

Ansätze einer am CGF orientierten Lösungsplattform bestehen in der Schweiz bereits, und zwar mit den «Office Extensions for Business Administration» (OXBA). Mit OXBA können öffentliche Verwaltungen ihre elektronische Aktenführung auf einfache, anwenderfreundliche und kostengünstige Weise an die GEVER-Standards des Bundes anpassen. OXBA ist eine Erweiterung, die sich nahtlos in die bestehende Büroautomatisierungs-Umgebung einfügt und es Anwendern erlaubt, direkt in der vertrauten Softwareumgebung GEVER-konforme Dokumente zu erstellen und den GEVER-Workflow in ihrem Aufgabenbereich zu steuern. Vorgaben bei der Entwicklung waren eine hohe Benutzerergonomie, ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis und die Prozessintegration bei niederschwelliger Standardisierung. OXBA ist offen und kann an spezifische Bedürfnisse angepasst oder an ein beliebiges System im Backend angehängt werden. Das Entwicklungs-Framework steht gratis zur Verfügung und kann vom jeweiligen IT-Partner der Behörde für den Aufbau der kundenspezifischen Lösung uneingeschränkt genutzt werden.

Informations-Flyer

Die gesamte Broschüre zum Thema „IT-Potenzial für die öffentliche Verwaltung“ können Sie sich hier als PDF File herunterladen.

Deutsch (PDF; 1.45 MB)


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