Erreichen hoher Übertragungsraten mit einem 56-Kbit/s-Modem

Zur Unterstützung einer 56-Kbit/s-Verbindung (auch V.90 genannt) muss eine Modemverbindung drei Voraussetzungen erfüllen.

  1. Zwischen dem Hostserver und dem Netzwerk muss eine digitale Verbindung bestehen. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Internetdienstanbieter, ob der 56-Kbit/s-Dienst unterstützt wird.
  2. Auf beiden Seiten der Verbindung muss dasselbe Protokoll verwendet werden, entweder der V.90-Standard oder einer seiner Vorgänger, K56flex oder 3COM/USR X2. Wenn Ihr Internetdienstanbieter ein V.90-Gerät einsetzt, muss Ihr Modem das V.90-Protokoll unterstützen.
  3. Zwischen Ihrem Modem und dem Hostcomputer darf nur eine analoge Verbindung bestehen. Die meisten privaten Telefonanschlüsse sind analog.

Sollte eine Verbindung diese Voraussetzungen nicht erfüllen, greift das Modem auf das schnellste für diese Verbindung geeignete Protokoll zurück. Wenn ein 56-Kbit/s V.90-Modem beispielsweise auf das 33,6-Kbit/s V.34-Protokoll zurückgeht, ist es nicht in der Lage, eine V.90-Verbindung herzustellen. Auch wenn Ihre Verbindung diese Voraussetzungen erfüllt, können eine Reihe anderer Faktoren die Ursache dafür sein, dass entweder die Übertragungsrate oder die Häufigkeit abnimmt, bei denen Sie die höchste Verbindungsleistung erzielen. Bei älteren Telefonleitungen oder Leitungen mit Störeinfluss kann es z. B. zu einer Herabsetzung der Übertragungsrate kommen. Nicht selten liegt der maximale Durchsatz in solchen Fällen bei 26 Kbit/s.

Auch Geräte zur Optimierung Ihres Telefondienstes können sich nachteilig auf die Herstellung von V.90-Modemverbindungen mit 56 Kbit/s auswirken. In langen Leitungsstrecken zur Verbesserung der Sprachqualität eingesetzte Verstärker unterstützen in der Regel zwar V.90-Verbindungen, können jedoch die Geschwindigkeit beeinträchtigen. Digitalpads, die die Lautstärke von Telefongesprächen regeln, unterstützen zwar V.90-Verbindungen, können jedoch die Geschwindigkeit reduzieren. Analogpads verhindern den Aufbau von V.90-Verbindungen, da sie zur Regelung der Lautstärke digitale Daten erst in analoge Daten und dann zurück in das digitale Format umwandeln. Dadurch enthält die Leitung einen zusätzlichen analogen Abschnitt.

In der Praxis sind die von V.90 und anderen Protokollen unterstützen 56-Kbit/s-Übertragungsraten unerreichbar. In den Vereinigten Staaten wurden Bestimmungen zum Schutz öffentlicher Telefonnetze erlassen, durch die Übertragungsraten auf 53 Kbit/s begrenzt werden. Aufgrund von Rauschen in Telefonleitungen und anderen Beschränkungen von Telefonnetzen liegen die durchschnittlichen Übertragungsraten üblicherweise zwischen 40 und 50 Kbit/s.

Weitere Informationen finden Sie unter Das V.90-Modulationsprotokoll, Datenübertragungsrate, Optimieren der Durchsatzraten von Modems, Optimieren der Datenübertragungsrate und Protokolle und Standards