Microsoft Foundry: Umfassende Updates für Modelle, Agents und Plattform
Dienstag, 24. Februar 2026
Das aktuelle Update für Microsoft Foundry umfasst signifikante Erweiterungen des Modell-Katalogs, neue Funktionen für autonome Agenten sowie weitreichende Änderungen an den Developer-Tools und SDKs.
Neue Standards bei Reasoning- und Coding-Modellen
Mit GPT-5.2 ist der neue Standard für Enterprise-Reasoning allgemein verfügbar (GA). Das Modell erzielt Spitzenwerte in den Bereichen Mathematik, Wissenschaft und Coding. Parallel dazu wurde GPT-5.1 Codex Max veröffentlicht, das mit einem Kontextfenster von 400.000 Token und einer Erfolgsquote von 77,9 % im SWE-Bench speziell für autonome Multi-Agent-Coding-Pipelines und CI/CD-Integrationen konzipiert ist.
Weitere Modell-Neuzugänge sind als Public Preview verfügbar:
- Mistral Large 3: Ein Open-Weight-Modell (Apache 2.0) mit 41 Mrd. aktiven Parametern.
- DeepSeek V3.2 & V3.2-Speciale: Optimiert durch Sparse Attention für bis zu dreimal schnellere Reasoning-Pfade. Die Speciale-Variante verzichtet für maximale Genauigkeit vollständig auf Tool-Calling.
- Kimi-K2 Thinking: Ein Modell von Moonshot AI mit 256.000 Token Kontextfenster für komplexe Problemlösungen.
- Cohere Rerank 4: Ein Cross-Encoding-Reranker zur Optimierung von RAG-Pipelines.
Bild- und Audio-Evolution
Im Bereich der generativen Medien bietet GPT-image-1.5 (GA) eine bis zu viermal schnellere Generierung bei geringeren Kosten sowie neue Funktionen wie Inpainting und Gesichtserhaltung. FLUX.2 [pro] ergänzt das Portfolio um Multi-Reference-Support für bis zu acht Bilder.
Die Audio-Schnittstellen wurden durch Realtime Mini, ASR (gpt-4o-mini-transcribe) und TTS (gpt-4o-mini-tts) aktualisiert, was die Latenz verringert und die Genauigkeit bei multilingualer Sprachsynthese erhöht.
Agentic AI: Memory und Agent-to-Agent Kommunikation
Ein zentrales technisches Highlight ist die Einführung von Memory in Foundry Agent Service (Public Preview). Diese Funktion ermöglicht zustandsbehaftete Agenten durch einen verwalteten Langzeit-Speicher, der Benutzerpräferenzen und Kontexte sitzungsübergreifend extrahiert und konsolidiert.
Das neue Agent-to-Agent (A2A) Tool ermöglicht es Agenten, andere Agenten über das A2A-Protokoll als Werkzeug aufzurufen. Dabei bleibt der aufrufende Agent steuernd in der Konversation, während die Antwort des Ziel-Agenten als strukturierte Information zurückgegeben wird.
Plattform-Updates und Computer Use
Mit Computer Use (Preview) können Agenten visuell mit Desktop- und Browserumgebungen interagieren, indem sie Screenshots analysieren und Klick- oder Tipp-Aktionen ausführen.
Auf Infrastrukturebene wurde der Foundry MCP Server (Preview) als in der Cloud gehosteter Endpunkt veröffentlicht. Er ermöglicht die Verwaltung von Modellen, Agenten und Evaluierungspipelines direkt aus VS Code oder Visual Studio heraus, unterstützt durch Entra-ID-Authentifizierung.
Wichtige Deprecation und SDK-Konsolidierung
Der AzureML SDK v1 erreicht am 30. Juni 2026 sein Support-Ende (End of Life). Developer müssen auf das SDK v2 migrieren. Die SDKs für Python, .NET und JavaScript/TypeScript werden außerdem unter dem Paket azure-ai-projects konsolidiert:
- Python: Version 2.0.0b3 integriert Agents, Evaluations und Memory; die Abhängigkeit azure-ai-agents entfällt.
- JS/TS: Die Betas führen umfangreiche Umbenennungen durch (z. B. Tool-Suffix für GA-Tools), um die Konsistenz mit OpenAI-Konventionen zu wahren.
Fazit
Die Neuerungen in Microsoft Foundry markieren einen Übergang von isolierten Modellanwendungen hin zu komplexen, gedächtnisgestützten Multi-Agent-Systemen auf einer vereinheitlichten Plattform. Die Konsolidierung der SDKs und die Einführung leistungsfähigerer Reasoning-Modelle schaffen die Basis für hochgradig autonome Enterprise-Workflows.
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