Application Insights SDK 3.x für .NET: Einfacherer Umstieg auf OpenTelemetry
Montag, 16. Februar 2026
Mit Version 3.x des Application Insights SDK für .NET wird der Wechsel zu OpenTelemetry deutlich leichter. Microsoft setzt OpenTelemetry weiterhin als Grundlage moderner Observability auf Azure und diese Version ist ein großer Schritt in diese Richtung.
Migration ohne Neustart bei null
Bisher war der Umstieg vom klassischen Application Insights SDK auf die Azure Monitor OpenTelemetry Distro mit einigem Aufwand verbunden: Neuinstallation, Anpassungen im Code, teilweise strukturelle Änderungen.
Mit SDK 3.x reicht in vielen Fällen ein Versions-Upgrade. Deine bestehenden Track*-API-Aufrufe aus Application Insights laufen weiter, sie werden automatisch über eine neue Mapping-Schicht in OpenTelemetry-Signale übersetzt. Du kannst also schrittweise umsteigen, ohne deine Telemetrie-Logik komplett neu bauen zu müssen.
Was du durch das Upgrade gewinnst
OpenTelemetry als herstellerneutrale Basis: Neue Instrumentierung kannst du direkt mit OpenTelemetry-APIs umsetzen. Das macht deinen Code zukunftssicherer und unabhängiger von einzelnen Anbietern.
Zugang zum OpenTelemetry-Ökosystem: Du kannst Community-Bibliotheken und zusätzliche Exporter einfacher einbinden. Ein Beispiel: Abhängigkeiten zu Redis Cache, die mit Application Insights 2.x nicht unterstützt wurden, lassen sich jetzt deutlich unkomplizierter erfassen.
Mehrere Exportziele gleichzeitig: Neben Azure Monitor kannst du Telemetriedaten parallel an ein weiteres System senden, etwa ein SIEM oder ein anderes Backend. Das eröffnet neue Szenarien für Analyse, Compliance oder zentrale Sicherheitsauswertungen.
Wo du noch selbst ranmusst
Nicht alles lässt sich automatisch migrieren. Besonders Telemetry Initializers und Telemetry Processors brauchen Aufmerksamkeit. Diese Erweiterungspunkte waren im klassischen SDK sehr flexibel, etwa für das Anreichern, Filtern oder Entfernen von Telemetriedaten.
In OpenTelemetry gibt es vergleichbare Mechanismen, zum Beispiel über sogenannte Span Processors, allerdings mit klareren Strukturen. Das bringt in der Regel bessere Performance und nachvollziehbareres Verhalten, bedeutet aber auch, dass du bestehende Logik anpassen musst. Die Dokumentation unterstützt dich dabei, und es sind zusätzliche Hilfsmittel geplant, um die Migration zu erleichtern.
OpenTelemetry ohne zusätzlichen Collector
Obwohl OpenTelemetry häufig mit dem OpenTelemetry Collector eingesetzt wird, bleibt der Einstieg mit Azure Monitor bewusst einfach. Für viele Szenarien brauchst du keinen Collector. Die Azure Monitor OpenTelemetry Distro genügt als einzelnes NuGet-Paket. Du konfigurierst sie mit einer Connection String, und die Telemetrie fließt innerhalb weniger Minuten. Eingebaute Sampling-Mechanismen und ein Algorithmus zur Erhaltung vollständiger Traces helfen dabei, Kosten zu steuern und trotzdem zusammenhängende Abläufe sichtbar zu machen.
So bleibt der bekannte „funktioniert einfach“-Ansatz von Application Insights erhalten, nur auf Basis von OpenTelemetry-Standards.
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