Retina 1.0: Kubernetes-Observability als Open Source-Projekt
Mittwoch, 11. Februar 2026
Microsoft hat die erste Hauptversion von Retina veröffentlicht. Version 1.0 bringt neue Features, Verbesserungen und Bugfixes mit und markiert einen wichtigen Schritt für die Open-Source-Plattform.
Was ist Retina?
Retina ist eine Plattform zur Netzwerk-Observability für Kubernetes. Sie erlaubt die kontinuierliche Überwachung der Netzwerkgesundheit und die On-Demand-Untersuchung von Netzwerkproblemen – direkt integriert in Kubernetes-native Workflows.
Warum Retina?
Netzwerkprobleme in Kubernetes sind schwer reproduzierbar: Pods sind temporär, Services verteilen sich über mehrere Nodes und Traffic passiert unterschiedliche Netzwerk-Layer. Retina automatisiert die Datenerfassung, zentralisiert die Insights und bietet sowohl Echtzeit-Metriken als auch Packet Captures. Damit unterstützt die Plattform DevOps-, SecOps- und Compliance-Teams über verschiedene Umgebungen hinweg.
Die Funktionen von Retina im Überblick
- Metriken: Kontinuierliche Netzwerküberwachung, exportierbar z. B. nach Prometheus oder Azure Monitor, visualisierbar über Grafana oder Azure Log Analytics.
- Packet Captures: On-Demand-Erfassung von Netzwerkpaketen inklusive Metadaten wie iptables-Regeln oder Kernel-Informationen.
- Retina Shell: Interaktive Troubleshooting-Shell mit Tools wie ping, curl, bpftool oder Inspektor Gadget für tiefgehende Analysen (nur Linux).
Einsatzszenarien von Retina
- Debugging von Pod-Konnektivitätsproblemen
- Kontinuierliches Monitoring der Netzwerkgesundheit
- Sicherheitsprüfungen und Compliance
- Multi-Cluster- und Multi-Cloud-Observability
Kompatibilität: Retina läuft plattformübergreifend auf Linux- und Windows-Nodes, unterstützt alle Kubernetes-Distributionen, CNIs und Clouds und lässt sich in bestehende Observability-Stacks integrieren (Prometheus, Grafana, Hubble UI).
Architektur: Die Plattform besteht aus einer Kernel-basierten Datenerfassungsschicht und einer Processing-Schicht im User-Space. Jeder Node im Cluster läuft einen Retina-Agenten, der Rohdaten sammelt, mit Kubernetes-Metadaten anreichert und für Monitoring-Tools exportiert.
Installation: Die Bereitstellung erfolgt einfach über Helm-Charts. Für die CLI gibt es ein Krew-Plugin, um On-Demand-Analysen durchzuführen.
Community: Retina ist Open-Source unter MIT-Lizenz und begrüßt Beiträge aus der Community. Für die Zukunft sind Version 1.1 und die mögliche Überführung in eine Community-geführte Entwicklung geplant.