Olivers Reisen durch die Intelligent Cloud

Oliver Gürtler

Oliver Gürtler

SMC Lead und Mitglied der Geschäftsleitung Microsoft Deutschland GmbH

Oliver Gürtler ist seit November 2020 Leiter des Mittelstandsgeschäfts bei Microsoft Deutschland und damit zugleich Mitglied der Geschäftsleitung. Oliver Gürtler ist bereits seit 2005 bei Microsoft, wo er zuletzt drei Jahre für das Cloud-Geschäft im deutschen Markt verantwortlich war.

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Neutral ist nicht genug

Freitag, 24. Januar 2020

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Logbucheintrag 200124:

Die Wirtschaft solle endlich auf die Wissenschaft hören, forderte Klimaaktivistin Greta Thunberg bei ihrem Auftritt auf dem World Economic Forum in Davos. Microsofts President Brad Smith hatte schon wenige Tage zuvor gezeigt, wie konsequent das Unternehmen sich dem Ziel verschrieben hat, den eigenen CO2-Fußabdruck nicht nur zu verkleinern, sondern völlig zu verwischen – auch rückwirkend! Microsoft unternimmt alles, um Wohlstand und Klima miteinander zu versöhnen.

Denn „neutral ist nicht genug“, erklärte Brad Smith, der zusammen mit CEO Satya Nadella die neuen Klimaaktivitäten des Konzerns vorstellte. Denn nicht nur gilt Microsoft bereits seit 2012 als klimaneutral, innerhalb von zehn Jahren – bis 2030 – soll der Umwelt sogar Kohlendioxyd entnommen werden. Und bis zum Jahr 2050 will Microsoft sogar so weit sein, dass der gesamte jemals von Microsoft verursachte CO2-Ausstoß wieder rückgängig gemacht wird. Es sollen der Umwelt also Kohlendioxyd-Verbindungen entzogen werden!

Dabei rechnet Microsoft nicht nur mit den selbst direkt (Scope 1) oder indirekt (Scope 2) verursachten Kohlendioxyd-Mengen, sondern will in die Gesamtbilanz auch Emissionen der gesamten Lieferkette, für Baumaterialien, Dienstreisen von Angestellten und den ganze Lebenszyklus der Produkte einbeziehen – bis hin zum Stromverbrauch durch Endanwender. Der Verbrauch dieser dritten Gruppe wird in vielen Klimabilanzen ausgeklammert, weil er nur schwer zu ermitteln ist.

Allerdings ist der Scope 3-Verbrauch, der die gesamte Wertschöpfungskette und den Lebenszyklus von der Erstellung bis zur Vernichtung der Produkte umfasst, deutlich größer als die Emissionen aus dem direkten und indirekten Verbrauch zusammen. Microsoft rechnet in diesem Jahr mit einem Ausstoß von rund 16 Millionen Tonnen Kohlendioxyd, wovon etwa 100.000 Tonnen der ersten Gruppe, rund vier Millionen Tonnen der zweiten Gruppe zugeordnet werden können. Damit verbleiben zwölf Millionen Tonnen, die aus der Wertschöpfungskette ausgestoßen werden. Dabei gilt auch in diesem größeren Zusammenhang die klare Devise: klimaneutral ist gut, CO2-negativ ist besser!

Wie und mit welchen Mitteln der Umwelt künftig CO2 entzogen werden soll, ist freilich noch nicht endgültig abzusehen, gab Satya Nadella bei der Ankündigung zu. Deshalb hat Microsoft zeitglich mit den eigenen Klimazielen einen Innovationsfonds angekündigt, der zunächst mit einer Milliarde Dollar ausgestattet werden soll. Damit sollen Methoden entwickelt werden, den Kohlendioxyd-Anteil in der Luft aktiv zu reduzieren. Es reicht also nicht, einfach nur Bäume zu pflanzen, in denen Kohlenstoff-Verbindungen gebunden werden. Die Kombination aus CO2-negativen Umweltzielen, der Kompensation des historischen CO2-Austoßes und Forschungsförderung dürfte bislang einzigartig, aber hoffentlich beispielhaft sein.

Dabei schaut Microsoft nicht nur auf sich selbst, sondern auf das gesamte Ökosystem aus Kunden, Partnern, Lieferanten und in Anspruch genommenen Diensten. Das Ziel besteht darin, auch die eigenen Kunden – egal ob Endanwender oder Unternehmen – in die Lage zu versetzen, ihren individuellen CO2-Footprint erst zu verringern und schließlich zu verwischen. Und auch die weltweiten Software- und Systempartner werden den ökologischen Weg mitgehen. Nur so kann die Gesamtbilanz umgekehrt werden.

Dabei ist klar: Wer sich künftig nicht mindestens durch Klimaneutralität auszeichnet, könnte – zum Beispiel in öffentlichen Ausschreibungen – gar nicht mehr berücksichtigt werden. Klimaschutz wird damit so essentiell wie Datenschutz. Microsoft wird deshalb einen jährlichen Umwelt- und Nachhaltigkeits-Bericht veröffentlichen, in dem die unternommenen Schritte und erreichten Ziele transparent gemacht werden sollen. Daran lässt sich Microsoft künftig ebenso messen, wie an der Qualität seiner Produkte.